In der Schweiz verkauftes Schweinefleisch wird zu 95% in der Schweiz produziert.

 

Über zwei Drittel der tragenden Sauen und Mastschweine in der Schweiz haben Auslauf.

 

80% der Schweizer Schweinezüchter sind einem Gesundheitsdienst angeschlossen.

 

Die Schweizer Schweinepopulation ist frei von diversen Schweineseuchen und Schweinekrankheiten.

 

Schweinefleisch und Gesundheit?

Unrein? Schweinefleisch galt früher als unrein. Gründe dafür waren Parasiten, welche bei ungenügender Erhitzung zu Krankheit geführt haben (Bandwürmer, Trichinen etc.) Die Parasiten kommen heute nur noch sehr selten vor oder werden mittels Fleischkontrollvorschriften streng überwacht. Trichinen kommen bei Schweizer Hausschweinen nicht vor. Bandwürmer sind sehr selten geworden.

Fett? Schweinefleisch gilt als fett. Die Schweinezucht wurde in den letzten dreissig bis vierzig Jahren auf Schweine mit viel weniger Fett ausgerichtet. Das Fleisch von heutigen Schwein enthält nicht mehr Fett als das Fleisch von Wiederkäuern (Rind, Kalb, Schaf). Einzig Poulet ohne Haut hat weniger Fett. Heute wird nur in der Schweiz auch in der Zucht darauf geachtet, dass ein intramuskulärerer Fettanteil von 1-2% erhalten bleibt, um Fett als wichtige Geschmacksträger im Fleisch zu erhalten.

Fette:

…sind lebenswichtig für einen gesunden Körper, versorgen ihn mit Energie, tragen zur Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) bei und wirken als Strukturelemente von Zellwänden.

…wirken als Hormone und hormonähnliche Substanzen.

…dienen als Polsterschutz lebenswichtiger Organe.

…wirken in Form von Körperfett als Isolator (Regulation Wärmehaushalt).

…spielen beim Kochen eine grosse Rolle. Sie sind Träger von Geschmacks- und         Aromastoffen.

…zügeln den Appetit

 

Fleisch und Gesundheit:

Fleisch ist ein wichtiger Proteinlieferant in der menschlichen Ernährung.

Fleischproteine haben ein Aminosäuremuster, das dem Bedarf des Menschen sehr gut entspricht (hohe biologische Wertigkeit). Das Aminosäuremuster, von Rinds-, Kalb-, Schweine- und Lammfleisch ist vergleichbar.

Tierische Produkte sind die einzigen Nahrungsquellen für Vitamin B12.  B12 ist wichtig für die Zellteilung und Blutbildung sowie die Funktion des Nervensystems.  

Tierische Produkte sind eine reiche Quelle für Vitamine der B-Gruppe, Schweinefleisch zeichnet sich durch besonders viel Thiamin aus (Rollen der B-Vitamine: Energieproduktion, Funktionsfähigkeit des Nervensystems, Gesunderhaltung von Haut, Knochen, Muskeln und Magendarmtrakt).

Zusätzlich sind im Fleisch noch diverse andere bioaktive Substanzen mit wichtigen Einflüssen auf Gesundheit und Organismus enthalten.

 

Fleisch ist für eine ausreichende Eisenversorgung essentiell. Eisen und Zink aus Fleisch kann der Körper viel besser aufnehmen als Eisen aus Pflanzen.

Die Eisen- und Zinkgehalte von Schweinfleisch ist deutlich höher als in Geflügelfleisch.

In der Schweiz werden ca. 10% des Eisen-, 30-40% des Zink- und 30-60% des Selenbedarfs über Fleisch gedeckt.

Kinder/ältere Menschen leiden häufig unter Zinkmangel.

Fleisch ist eine Quelle von Vitamin D (minimiert das Osteoporose-Risiko).

 

Schweinehaltung in der Schweiz: 

In der Schweiz wurden in den letzten 20 Jahren wurden die Schweinehaltungsvorschriften in verschiedenen Bereichen deutlich verschärft. Dies hebt die Schweizer Schweineproduktion deutlich ab von der Produktion im benachbarten europäischen Ausland:

 

Seit 1999 Verbot Schwänze zu kürzen

Seit 2002 Gruppenhaltung bei trächtigen Sauen vorgeschrieben

Seit 2007 Verbot Sauen einzusperren beim Abferkeln

Seit 2010 Verbot Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren

Ab 2018   Verbot Spaltenböden

 

Ein grosser Teil der Schweizer Schweine werden unter BTS  oder RAUS –Vorschriften gehalten. RAUS-Vorschriften beinhalten Auslaufhaltung. Gemäss Agrarbericht 2014 werden 62.5% aller Mastschweine und 69% aller trächtigen Sauen in Betrieben mit Auslaufhaltung gehalten. In anderen europäischen Ländern, mit Ausnahme von Grossbritannien, haben nur ca 5-10% der Schweine Auslauf. (Verweis auf Dokument der Proviande Haltung Schweiz Ausland).

 

Schweizer Schweinegesundheit:

Seit den 1960er Jahren gibt es in der Schweiz einen von Produzenten gegründeten Schweinegesundheitsdienst, seit ein paar Jahren eine zweite Organisation, die ein Gesundheitsprogramm anbietet. Diverse Infektionskrankheiten wurden mit Hilfe von Sanierungsmassnahmen ausgerottet oder werden weiterhin konsequent bekämpft. Gesündere Tiere brauchen weniger Behandlungen mit Antibiotika und anderen Medikamenten .

Verschiedene Seuchen konnten bisher unter anderem dank strengen Lebendimport oder Tiertransportregelungen von der Schweizer Schweinepopulation ferngehalten werden.

 

Schweizer Schweinezucht:

 

In der Schweiz wird nicht unbegrenzt auf immer grössere Würfe gezüchtet. Im Zuchtwert der Zuchtorganisation SUISAG fliesst mit ein, wieviele Ferkel die Sau auch tatsächlich aufgezogen hat. Untergewichtige Ferkel fliessen negativ in den Zuchtwert ein. Dadurch wird eine vernünftige Grenze festgelegt


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